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Der Eiswüste erster Teil

Nach dem eindrücklichen Flug von Talkeetna auf den „South Fork“ des Kahiltna-Gletschers ging die Arbeit los: Flugzeuge entladen, das gesamte Material sortieren und zum ersten Mal eine Plattform für die Zelte schaffen. Die startenden Flugzeuge liessen keinen Zweifel: Wir befinden uns in einer riesigen Eiswüste (die übrigens sehr schön ist!) und sind auf die Buschpiloten angewiesen. „Unsere“ kommen aber erst in 17 Tagen wieder…

Umgeben von Mount Hunter, Mount Forakker und im Hintergrund Denali kuschelten wir uns zum ersten Mal in unsere warmen Schlafsäcke und verschwanden im Land der Träume. Am nächsten Morgen wurden wir jäh in die Realität zurückgeholt: Lager abbrechen und die Schlitten packen. Das einzige Mal auf der Tour (abgesehen vom Rückweg) hiess es, sämtliches Material auf einmal zu transportieren. Mit Unmengen an Benzin und Essen hatten wir pro Person gut und gerne 50-60kg Material auf Schlitten und Rucksack dabei.

So war es auch nicht verwunderlich, dass wir (oder zumindest ich 🙂 ) im Lager 1 zum ersten Mal körperlich müde zu Bett gehen durfte. Der Kahiltnagletscher zieht sich aber auch endlos hin: Wir brauchten knapp 5 Stunden, bis wir im Lager 1 waren – zugegeben, mit grossen Pausen – aber der Gletscher schien nicht aufhören zu wollen. Und im Lager 1 waren wir ja noch lange nicht am Ende des Gletschers…

Bereits am nächsten Tag brachten wir Essen, Benzin, Kleider und Material, das wir vorläufig nicht brauchen würden, auf knapp 3000 Meter und vergruben dort alles. So konnten wir am folgenden Tag mit etwas leichterem Gepäck ins Lager 2 auf rund 3300 Metern aufbrechen. Das Depot würden wir dann von dort aus räumen und das gesamte Material wieder im Lager 2 zusammen haben.

Bei diesen Transporten, respektive Depots war es immer wichtig, die überlebenswichtigen Sachen immer bei sich zu haben: Warme Daunenkleider, Schlafsack, Handschuhe etc. waren permanent im Rucksack. Ähnlich war es bei der Gepäckverteilung zwischen Schlitten und Rucksack: Alles wichtige im Rucksack, das weniger wichtige im Schlitten. Falls der Schlitten bei einem Spaltensturz trotz mannigfacher Sicherung verloren ginge, hätten wir das Wichtigste im Rucksack.

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