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Endlich im Medical Camp

Mit einem Tag Verzögerung nahmen wir also den Aufstieg ins Medical Camp auf 4300 Metern unter die Steigeisen. Im Schlepptau wieder die Schlitten. Bereits am Motorcycle Hill, der gleich hinter dem Lager 2 liegt, merkten wir, dass wir trotz des vorgestrigen Materialtransports immer noch viel dabei hatten. Entsprechend langsam stiegen wir hoch und versuchten, die Schlitten so stabil wie möglich zu halten. Dabei half es, dass die Schlitten (wie immer) zusätzlich noch am Seil zwischen uns eingebunden war. So konnte die hintere Person denn Schlitten noch etwas kontrollieren – der Seilletzte musste wohl oder übel auf diesen „Luxus“ verzichten…

Der Aufstieg war zwar streng, aber dadurch, dass wir die Strecke bereits kannten, konnten wir problemlos einschätzen, wie lange es zur nächsten Rast noch dauern würde. Spannend fand ich dann aber, wie anders ich gewisse Teilstrecken empfand: Was streng war beim Materialtransport war nicht zwingend streng beim zweiten Mal und umgekehrt. Nur die letzten Meter vor der Rast am Anfang des Polarfields waren beide Male mühsam; beim zweiten Mal sogar noch mühsamer, weil ich wusste, wie weit es noch ist bis zur Pause…

Bis zum Depot verlief der Tag problemlos, wir meisterten die Spaltenzone nach dem Windy Corner gut und hatten auch mit dem abschüssigen Gelände und den entsprechend rutschenden Schlitten keine Probleme. Allerdings ging die Schräglage der Schlitten ganz schön auf die Rumpfmuskulatur. Im Depot machten wir Rast, liessen das Material aber noch da. Das Holen dieses Materials war für den Folgetag geplant.

Vom Depot aus trennten uns noch 300 Höhenmeter vom Medical Camp – rund eine Stunde Steigen also. Und diese Stunde hatte es noch einmal in sich: Das Plateau sieht man schon von weitem, riesige Spalten nötigen aber alle Bergsteiger, einen grossen Bogen einzuschlagen, bevor es dann auf die Zielgerade geht. Nach unserer Ankunft erwartete uns dasselbe Prozedere wie im Lager 2: Plattformen schaufeln, Zelte aufstellen, Lager einrichten.

Am Folgetag ging eine Gruppe ins Depot 2 und holte das restliche Material, während eine zweite Gruppe das Lager ausbaute: Klo ausheben (dieses Mal sogar mit separatem Pissoir!) und Mauern zum Windschutz bauen. Um ca. 13 Uhr waren wir vom Depot zurück. Alle zusammen bauten wir dann Schutzmauern – mir kam immer wieder Asterix und Obelix bei den Ägyptern in den Sinn: Einige „Sklaven“ schuften im Stein-/Schneebruch (Schneeblöcke sägen, herauswuchten und auf Schlitten laden auf 4300 Metern ist anstrengend!). Weitere „Sklaven“ zogen die Blöcke mit dem Schlitten vom Schneebruch zur Baustelle, wo die letzten der Gruppe die Mauer hochzogen.

Bereits beim Mauerbau spürten wir die starken Winde, die uns für den Rest der Tour begleiten würden…

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